Die Entwicklung bis 2008 in Deutschland

In Deutschland war das Glücksspiel immer wieder Topthema für politische Kontroversen. Während viele Nachbarländer das Glücksspiel bereits legalisiert hatten und dafür nicht unerhebliche Steuereinnahmen erzielten, entschied sich Deutschland, Online Casino Anbietern weiterhin den Marktzugang zu verweigern. Während bis 2006 noch die einzelnen Bundesländer über das Glücksspiel entscheiden konnten, verabschiedeten die Innenminister der Länder zu diesem Zeitpunkt ein Gesetz, nachdem das Glücksspiel im Internet zur Bundesangelegenheit wurde, der es komplett verbot. Nachdem Deutschland den Staatsvertrag zum Online Glücksspiel 2008 verabschiedete, bemängelte die französische Regierung vor der Europäischen Kommission, das deutsche Verhalten sei mit dem EG-Recht unvereinbar. Gemäß diesem Vertrag ist jegliches Glücksspiel, also auch Roulette, usw. im Internet (außer Pferdewetten) strikt verboten. Die Argumentation Deutschlands stützt sich auf die Vermeidung von (Glücksspielsucht) Gefahren, vor allem für Minderjährige.

Online Casinos von 2009 bis 2011

Anfang 2009 ging aufgrund der französischen Vorbilder eine ganze Welle von Klagen ausländischer Investoren beim Europäischen Gerichtshof ein, die sich ungerecht behandelt fühlten, weil es ihnen verboten war, deutschen Bürgern das Internetglücksspiel anzubieten. Im August 2010 wertete der Europäische Gerichtshof die deutsche Monopolhaltung als Verletzung des europäischen Rechts und forderte nicht nur Deutschland auf, diese Märkte privaten Betreibern zu öffnen. Wie schon früher legte der europäische Gerichtshof die Zukunft der privaten Betreiber für Deutsche Online Casinos in die Hand der einzelnen Bundesländer, da der Bund nicht in der Lage sei, den Risiken im Zusammenhang mit dem Glücksspiel im Internet gerecht und wirksam zu begegnen. 2011 kündigte Deutschland an, für das kommende Jahr einige landesweite Lizenzen für Sportwetten im Internet auszustellen. Das Spielen im richtigen Online Casino, wie beispielsweise Roulette und anderen, sei aber weiterhin untersagt. Dieser Vorschlag beinhaltete eine Steuer von über 15% auf alle Umsätze. Wetten, die als Spiel angeboten wurden, waren ebenfalls verboten und außerdem wurden die Lizenzen nur an Unternehmen verteilt, die bereits landgestützte Casinos betrieben. Der Staatsvertrag lief Ende 2011 ab. Es bestand im Bestreben an eine einheitliche Lösung der EU die berechtigte Hoffnung, dass Deutschland seine Gesetze lockert, und das Glücksspiel im Internet endlich flächendeckend genehmigt. Da Deutschland immerhin 20 Lizenzen vergeben hatte, die Steuer auf 5% senkte, Wetteinsätze begrenzte und Casinospiele noch immer untersagte, fühlte sich der Europäische Gerichtshof genötigt, deutlicher zu werden, um die deutschen Bemühungen voranzutreiben.

Die Situation seit 2012

Seit Mitte 2012 dürfen in einigen Bundesländern private Unternehmen die lang ersehnten Lizenzen erwerben. Sie dürfen selbst Spiele wie Sportwetten, Lottovarianten und Poker Online anbieten. Kartellämter und Spielbanken wirkten erneut auf die Regierung ein, sie möge einzelne Aspekte des neuen Staatsvertrages überdenken und sich endlich, wie gefordert in Einklang mit der EU-Richtlinie stellen, nach der das Anbieten von Glücksspiel im Internet abgesehen von Jugendschutzbestimmungen endlich komplett zu legalisieren wäre. Die EU-Kommission bestätigte, diese erneute Zuwiderhandlung zu ahnden. Am 24.01.2013 war es in dem nördlichsten Bundesland, Schleswig-Holstein, endlich soweit. Trotz des offiziell noch geltenden Verbots in Deutschland eröffnete das erste Online Casino, aber auch das CasinoEuro, seine Pforten. Schleswig-Holstein setzte sich über die innerdeutsche Regelung hinweg, orientierte sich an den übergeordneten europäischen Gesetzen und stellte die erste Lizenz für ein deutsches Online Casino aus. Dieses Online Casino schwenkt keine schwarz-rot-goldenen Fähnchen und wirbt nicht mit Weißwurstfrühstück, es hat eine original deutsche Lizenz zum Betrieb des Online Casinos. Na endlich! Jetzt ist es an den anderen Bundesländern, dem Beispiel Schleswig-Holsteins zu folgen. Die Ambitionen in diese Richtung sind derzeit eher gehemmt, es wird aber nicht lange dauern, bis Bayern, Nordrhein-Westfalen, Hessen und all die anderen zwecks verpasster Steuereinnahmen eine lange Nase bekommen und das Onlinezocken legalisieren.